hair

Letztens saß ich in größerer Runde beim Lieblingsitaliener. Nach 8 Flaschen Rosé kamen dann auch die Themen Schönheit, Botox und co. auf den Tisch. Irgendwann meinte jemand zu mir: „Ich find’ das voll gut, dass Du zu Deinen grauen Haaren stehst.“ Und im gleichen Atemzug erwähnten gleich drei andere Frauen, dass sie auf jeden Fall regelmäßig nachfärben lassen würden und graue Strähnen eher weniger gut an sich finden.

Ich habe schon länger über das Thema „graue Haare“ nachgedacht, aber nicht unbedingt im negativen Sinne. Als ich die ersten bereits Anfang 20 bekam, war ich ehrlich gesagt noch nicht bereit, mir welche einzugestehen. Ich zupfte sie damals noch heraus, sobald sich eins wie eine Miniantenne auf meinem Kopf aufstellte. Mit dem ersten Kind Mitte zwanzig kamen deutlich mehr dazu, mit dem zweiten so viele, dass ich sie nicht mehr rausreißen konnte. Denn dann hätte ich bald kahle Stellen auf dem Kopf.

Die grauen Strähnen sind definitiv nichts, was mich täglich beschäftigt oder was mich alt fühlen lässt. In meinem eigenen Bad sehe ich sie dank schmeichelnder Beleuchtung sowieso nicht wirklich und im Flur, wo der andere Spiegel hängt, ist es zu dunkel. Das lässt mich übrigens an so vielen Tagen entspannter aus dem Haus gehen. Ich möchte nämlich gar nicht jede verstopfte Pore meines Gesichts sehen und mich im Falle von ein paar Unreinheiten unsicher oder schlecht fühlen. Die einzigen Male, wo mein Blick wirklich auf die Grauen gelenkt wird, sind bei meinem Frisör mit Tageslicht, im Autospiegel oder auf Fotos, wo sie wild abstehen oder wie Highlighter auf den Wangen zwischen meiner Naturhaarfarbe hervorblitzen.

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SLEEPER dress

HERMES sandals

H&M earrings

Ein paar Mal habe ich Färben natürlich schon in Erwägung gezogen, aber im Moment bin ich noch nicht bereit. Ich mag meine Naturhaarfarbe viel zu sehr, als dass ich daran etwas ändern wollte. Zumal man beim Färben dann ganz schnell in den Zwang kommt, es immer wieder und regelmäßig zu tun. Ähnlich wie bei Gelnägeln, Wimpernverlängerunugen und co.

Lieber freunde ich mich schon mal damit an, dass die Strähnen immer breiter und sichtbarer werden und sich hoffentlich schön mit meinem natürlichen Schopf verstehen.

Ich kann zwar nicht ausschließen, dass ich irgendwann doch mit Farbe rübergehe, aber im Moment bin ich komplett fein mit mir. Und ich wünschte mir noch ein paar mehr Frauen in der Welt und in meinem kleinen Kosmos, die zu dem Thema stehen und von denen ich mich inspirieren lassen kann. Dann wäre das auch nicht so eine große Nummer, dass ich mir mit gerade mal Anfang 30 graue Haare wachsen lasse.

Those secret strands of silver hair that were always hiding are here to stay!

Wenn ich übrigens an einen Silberschopf denke, dann habe ich nicht die Omi von nebenan mit der Dauerwelle und dem Lilastich im Haar vor Augen, sondern ein Bild von einer sehr attraktiven Sarah Harris oder Isabel Marant, die wunderschön mit ihren leuchtenden grau-weißen Haaren aussehen.

Es ist sicherlich Arbeit einen grauen Schopf zu pflegen, mir persönlich GRAUT es nur ein wenig vor der störrischen Haarstruktur. Aber auch da gibt es sicher Mittel und Wege. Wer von Euch kann denn ein paar Empfehlungen geben?

Und nun ein paar inspirierende Frauen, die mich ermutigen, dazu zu stehen.

If you pluck it, 6 more will come to the funeral!

Übrigens, wer meint mit Zupfen dem Schrecken ein Ende zu setzen, der liegt falsch. Die Lösung ist nur kurzfristig, denn die Haare wachsen wieder grau nach – die gleiche Haarwurzel wird leider nie wieder ein pigmentiertes Haar hervorbringen.

Zupfen wir zu oft nach, dann wächst das Haar sehr wahscheinlich irgendwann nicht mehr nach. Ähnlich wie bei Augenbrauen, die irgendwann mal überzupft worden sind. Ab einer gewissen Menge verlieren wir dadurch sehr viele Haare.

Wer von Euch erinnert sich noch an diese großartige Szene aus Sex and the City? Und wie steht Ihr zu dem Thema? Zupft Ihr noch oder färbt Ihr schon? Und habt Ihr ein paar wertvolle Tipps zur Pflege?

Photos: Julia Novy

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5 Comments

  1. Linda
    September 6, 2018 / 10:38 am

    Liebe Ari,
    Ich bin ganz glücklich das du dich diesem Thema widmest. Bin gerade 39 geworden und habe auch seit Ende 20 erste, wirklich sichtbare graue Haare. Meine Haare sind sehr dunkel, es fällt also von Anfang an mehr auf, da der Kontrast kaum ausgeprägter sein könnte. Ich färbe den Ansatz spätestens nach drei Wochen nach, da ich mittlerweile ganze Partien in weiß hätte. Wirklich fein bin ich damit überhaupt nicht, die Mühe, die Chemikalien und das es eben auch nach einer Woche schon sichtbar ist, das es nicht ganz natürlich ist. Den Mut es herauswachsen zu lassen habe ich aus vielen Gründen nicht, gesellschaftliche Akzeptanz, die Konfrontation mit dem Alter, etc…
    Da ich deinen Stil sehr schätze hatte ich tatsächlich schon den Gedanken dich „zu buchen“ um mit dir dieses Thema zu besprechen und mir deinen Rat zu holen. Meine Tochter sagt: „für mich bist du erst eine Königin wenn du weiße Haare hast, Mama“
    Du siehst in jedem Fall toll aus in Natura und deine Herangehensweise ist mal wieder allererste Sahne!
    Liebe Grüße

  2. Aglaja
    September 6, 2018 / 8:36 pm

    Vielen, vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe vor ca. zwei Monaten (es war tatsächlich an einem Freitag, den 13., was schon skurril und etwas zu sehr Hollywood ist) auch die ersten weißen entdeckt und war schon sehr geknickt, langsam akzeptiere ich aber die Situation (bin allerdings noch im Auszupfstadion :/). Wenn man sich so umblickt, meint man ja, dass es niemanden, außer ein paar älteren Damen gibt, die graue Haare haben, dem Farbtopf sei Dank. Daher finde ich es grandios, wenn Influencer – hier im besten Sinne! – wie du, Ari, oder Nike von Jane Wayne zeigen, dass es normal ist, wenn man nicht mehr nur eine Haarfarbe hat. :) MERCI!

  3. Susan
    September 7, 2018 / 12:56 pm

    Liebe Ari,

    ich habe mich sehr über den Artikel gefreut, weil ich es total interessant finde, wie Frauen mit ihren ersten grauen Haaren umgehen.
    Bei mir fing es vor ein paar Jahren an und ich habe es ehrlich gesagt selbst gar nicht bemerkt, sondern wurde von einer Freundin darauf aufmerksam gemacht. Mittlerweile sehe ich es natürlich auch und manchmal erschrecke ich mich kurz, dass es doch schon so viele sind und es im Tageslicht stark auffällt. Aber eigentlich stört es mich kaum.
    Wie Du auch schon sagst, ist es eher die störrische Struktur, die mich ein bisschen nervt. Trotzdem habe ich es noch nie übers Herz gebracht, mir auch nur ein einziges Haar herauszureißen. Meine Haare mag ich an mir am liebsten und ich finde es nur legitim, dass auch sie sich mit dem Alter verändern (dürfen) :). So lange der Schopf gepflegt ist, finde ich alle Haare toll, egal welche Farbe.
    Ich hoffe, das sehe ich in fünf bis zehn Jahren noch genauso, auch, was mich selbst betrifft. Ich mag nicht immer gegen natürliche Prozesse ankämpfen müssen, es gibt so viel Wichtigeres & Spannenderes im Leben. :)

    Ganz liebe Grüße und danke für den tollen Post!

  4. Sabine
    September 7, 2018 / 9:13 pm

    Liebe Ari, ich finde deine Herangehensweise da sehr sympathisch. Ich mache es genauso, in den letzten 1,5 Jahren sind die Strähnen wirklich mehr geworden, besonders sichtbar wird es, wenn meine Haare zusammengebunden sind (Schläfen!) – bin übrigens 36 Jahre alt. Und es ist tatsächlich so, dass ich die Strähnen voll schön finde. Bisher bin ich also auch noch der Ansicht, dass ich bei meiner Naturhaarfarbe bleibe, kann aber auch nicht ausschließen, dass sich das noch ändert. Jedenfalls freue ich mich darüber, wenn mehr Frauen Natur tragen, mir gefällt das, ich finde es einfach echt total schön.

  5. Nina
    September 8, 2018 / 9:50 am

    Liebe Ari, DANKE für diesen „real life“ Beitrag!!! Wirklich großartig ❤️
    Ich habe auch seit einiger Zeit graue Strähnchen – und mittlerweile sehe wohl nicht mehr nur ich sie… Noch habe ich auch noch nicht gefärbt und finde es schön, hoffe es bleibt dabei – mal sehn was kommt!
    Hast Du noch einen Tipp, was Haare wieder stärken kann? Nach meinem dritten Baby fallen sie mir immer noch zu stark aus… Ganz lieben Dank & ein schönes Wochenende, Nina

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